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Am 26. Januar 2000 fand statt:
Podiumsveranstaltung
"Insolvenzplanspiel I"


Referenten:
Richter:
Thorsten Graeber, Richter am Amtsgericht Potsdam
Verwalter:
Dr. Spliedt, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter
Berater:
Andreas Ziegenhagen, Rechtsanwalt bei Haarmann, Hemmelrath & Partner
Bankenvertreter: Herr
Dr. Nolte, Generalbevollmächtigter der Berliner Volksbank eG
Lieferantenvertreter: Herr
Buchalik, MBB Consult GmbH
Geschäftsführer: Herr
Schilder

 

Die Besetzung des Podiums für das "Insolvenzplanspiel" ist wie "im richtigen Leben". Die zentrale Figur ist der Geschäftsführer einer in Schwierigkeiten geratenen Firma. Herr Schilder, ein gelernter Elektromechaniker, gründet 1980 eine GmbH für Metallbau und Garagentorbau. Das Unternehmen expandiert, eine große Wohnungsbaugesellschaft zählt zu seinen Kunden. 1989, mit Mauerfall folgen weitere große Aufträge, die eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit zur Folge haben.

Inzwischen ist die Firma auf 50 Mitarbeiter angewachsen und als die sie 1995 einen Millionenauftrag im Bereich des Messebaus bekommt, werden weitere Mitarbeiter eingestellt.Dieser Auftrag aus einem anderen Bereich mit anderen Spielregeln wird zum Mißerfolg und 1997 steht man vor einem Verlust von einer knappen Million.

Zunächst geben die Banken weiter Kredite, es wird ein neuer Steuerberater zu Rate gezogen, ein Controller eingestellt. Die Firma zieht sich auf ihr Ursprungsgeschäft, Instandsetzung für große Wohnungsgesellschaften zurück. Die Schulden lassen sich nicht ausreichend reduzieren.

1999 gehen die Banken auf ihre Kreditlinien zurück. Herr Schilder schlägt den Weg zum Amtsgericht ein um sich einem Insolvenzverfahren zu unterziehen.

Im Rahmen der Podiumsveranstaltung steht dem Geschäftsführer Andreas Ziegenhagen als Rechtsanwalt und Steuerberater zur Seite. Er interpretiert die Bilanz, führt Gespräche mit den Hauptgläubigern, schlägt Quoten und Verzichtserklärungen der Banken und Lieferanten vor und rät als vertrauensbildende Maßnahme zur Bildung eines Beirats.

Die Rolle der Lieferanten wird hier von Herrn Buchalik wahrgenommen.

Der Vertreter der Lieferanten signalisiert zwar Gesprächsbereitschaft aber dem Vorschlag von Herrn Ziegenhagen, auf 50 % der Forderungen zu verzichten, will er sich nicht anschließen.

Das Interesse der Lieferanten ist es, weiter im Geschäft zu bleiben.

Die Rolle der Banken wird hier von Herrn Dr. Nolte wahrgenommen.

Herr Dr. Nolte ist der Ansicht, daß die Banken frühzeitig gefordert sind, den Sachverhalt der Überschuldung zu erkennen und gegebenfalls Hilfestellung in dieser Situation geben sollten.

Herr Schilder hat offensichtlich andere Erfahrungen mit seinen Banken gemacht, die hier nur als "X" und "y" bezeichnet werden und laut Herrn Schilder von der Überschuldung wußten und sich trotzdem nicht mit den Bilanzen auseinandersetzen wollten.

Herrn Dr. Nolte ist das nicht nachvollziehbar.

 

Die Rolle des Richters am Amtsgericht wird von Thorsten Graeber wahrgenommen.

Der Richter am Amtsgericht, Herr Graeber, bei dem Herr Schilder vorstellig wird, sammelt zunächst alle Informationen zur Firma und der Person des Geschäftsführers und beauftragt dann einen Gutachter. Der Vorschlag des Beraters, einen bestimmten Gutachter einzusetzen, wird mit der Begründung möglicher Nähe zum Unternehmen und mangelder Neutralität abgelehnt. Der Gutachter nach der Wahl des Amtsrichters setzt sich mit Herrn Schilder in Verbindung.

Die Rolle des Verwalters wird von Herrn Dr. Spliedt wahrgenommen.

Herr Dr. Spliedt nimmt Kontakt zum Geschäftsführer und seinem Berater auf, läßt ein Vermögens- und Inventarverzeichnis erstellen, ergreift Soformaßnahmen, wie den Erlaß einer Postsperre, ein Gespräch mit den Mitarbeitern und macht sich ein Bild von der Auftragslage.

Er wird dann zum vorläufigen (schwachen) Insolvenzverwalter bestellt.

Die Fortsetzung folgt am Mittwoch, den 23. Februar um 18 Uhr.