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Am 26. September 2012 fand statt
Podiumsdiskussion
"Das ESUG in der Praxis -erste Erfahrungen"


podium

Diskussionsteilnehmer
Dr. Michael Bormann, Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, Andreas Dörhöfer und Dr. Thorsten Graeber
Moderation
Ursula Weidenfeld


Folien des Vortrags von Herrn Dr. Schulte-Kaubrügger

Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) trat am 01.03.2012 in Kraft. Sowohl Insolvenzgerichte als auch Gläubiger, Schuldner, Sanierungsberater und Insolvenzverwalter haben ihre ersten Erfahrungen gesammelt.



Die Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG lud ein, die Praxistauglichkeit des ESUGzu erörtern.

Es diskutierten Dr. Michael Bormann, Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, Andreas Dörhöfer und Dr. Thorsten Graeber unter der Moderation von Ursula Weidenfels über Fragen und kritische Thesen wie:

Nehmen die Gläubiger wie vom Gesetzgeber erhofft Einfluss auf den Verlauf des Insolvenzverfahrens?
Beeinträchtigt das ESUG die richterliche Unabhängigkeit?
Wird das ESUG in Deutschland tatsächlich eine neue Sanierungskultur schaffen?
Wird das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung populär?
Erhöht das ESUG die Sanierungsaussichten für Unternehmen oder führt es nur dazu, dass Gläubiger- oder Schuldner- bzw. Beraterinteressen realisiert werden und diese den Sanierungsprozess in ihrem Sinne steuern?
Ist das Schutzschirmverfahren (§270 b InsO) praxistauglich und erfüllt es die Erwartungen?

Zu den Personen:

Dr. Michael Bormann ist seit 1991 Steuerberater und seit 1992 Gründungspartner der Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfer- und Steuerberater-Sozietät bdp Bormann, Demant & Partner mit Büros in Berlin, Hamburg, Rostock, Potsdam, Schwerin und Dresden.
Seit über 15 Jahren ist sein Schwerpunktgebiet die Sanierung und Restrukturierung, zusammen mit der im Unternehmensverbund bestehenden bdp Venturis Management Consultants GmbH, auch mit Übernahme operativer Verantwortung "hands on" in den Unternehmen bis zur Übernahme von Organverantwortung.
Im März 2012 übernahm Dr. Bormann im Rahmen eines Sanierungsauftrages die Geschäftsführung eines Automobilzulieferers mit 1.200 Mitarbeitern, für das er den Insolvenzantrag nach ESUG vorbereitete und als Geschäftsführer auch in der vorläufigen Insolvenz aktiv den Sanierungsprozess leitend an Bord blieb und somit Praxisinformationen zum Thema aus erster Hand beisteuern kann.

Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, Partner der White & Case LLP, ist im Wesentlichen auf dem Gebiet des Insolvenzrechts tätig. Er wird seit 1998 als Insolvenzverwalter bestellt; er erhält entsprechende Aufträge durch die Amtsgerichte Potsdam, Neuruppin, (Berlin-) Charlottenburg und Dortmund. Er zählt zu den meist beschäftigten Insolvenzverwaltern Deutschlands und ist Gründungsmitglied des Berlin-Brandenburger Arbeitskreis für Insolvenzrecht e.V.
Im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeit als Insolvenzverwalter hat Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger über 1.500 Gesellschaften als Verwalter durch die Insolvenz geführt, darunter zuletzt den Automobilzulieferer AKT und große Immobilienfonds. Ihm gelangen zahlreiche "übertragende Sanierungen"; er erstellte zahlreiche Insolvenzpläne zwecks Sanierung von Unternehmen.

Andreas Dörhöfer, Managing Director, leitet seit März 2012 die Risk Management Advisory Group, eine globale Problemkredit- und Restrukturierungseinheit innerhalb der Deutschen Bank AG. Er begann seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Bank im Jahr 1993 als Trainee und arbeitete intensiv am Aufbau der dezentralen Restrukturierungseinheiten mit. In den Jahren 2004 - 2008 leitete er den Sanierungsbereich Credit Consult der BayernLB bevor als CRO zur Hypo Group Alpe Adria nach Österreich wechselte. 2011 kehrte er in das Credit Risk Management der Deutschen Bank zurück. Andreas Dörhöfer verfügt über umfangreiche Erfahrungen in Restrukturierungen von Unternehmen, Finanzinstituten und Immobilien und wirkte zuletzt im engen Kreis bei der freiwilligen Umschuldung Griechenlands mit.

Dr. Thorsten Graeber ist seit 1995 Insolvenzrichter und Zivilrichter am Amtsgericht in Potsdam und Autor/ Mitautor verschiedener Bücher und Aufsätze, u.a. "Vergütung im Insolvenzverfahren", Mitherausgeber der Zeitschrift InsbürO, Lehrbeauftragter für Insolvenzrecht an der Freien Universität Berlin, ehem. Vorstandsmitglied des BAKinso - Bundesarbeitskreis Insolvenzgerichte e.V., Präsident des Deutschen Privatinsolvenztages und Vorsitzender des Berlin/Brandenburger Arbeitskreises für Insolvenzrecht e.V.

Ursula Weidenfeld ist ehemalige Berlin-Korrespondentin der Wirtschaftswoche, Ressortleiterin Wirtschaft und spätere stellvertretetende Chefredakteurin des Berliner Tagesspiegel, Mitglied des Gründungsteams der Financial Times Deutschland und dann Chefredakteurin der G+J-Zeitschrift impulse. 2007 wurde sie mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet, in dessen Jury sie im folgenden Jahr selbst berufen wurde.

Nach dem Vortrag erfreuenten sich die Teilnehmer an kommunikativen Beisammensein bei einem Imbiss, zu dem die Deutsche Bank einlud.