Es diskutierten zum Thema "Banken als Sanierungshemmnis?"
drei erfahrene Experten, Dr. Thomas Ingelmann, Jörg Jacob und Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, über Fragen und kritische Thesen wie:
Die Krise als Chance? Die Insolvenz als Rettung?
• In der Mehrheit der Fälle ist nicht die Strategie, sondern ihre Umsetzung das eigentliche Problem.
• Unternehmer/Vorstände/Geschäftsführer reagieren in der Regel zu spät auf die Anzeichen einer Krise
• In der Krise verändert sich die Qualität der Beziehungen zu den finanzierenden Banken dramatisch
• Nicht immer reagieren die Banken aus der Sicht des Kreditnehmers in der Krise rational/vorhersehbar - Kommunikation tut Not!
• Wenn ein Bankenpool gebildet wurde, sind die Interessen der Poolbanken zumeist unterschiedlich
• Viele Krisen sind „hausgemacht“; warum sollten diejenigen, die die Krise verursacht haben, auch diejenigen sein, die die Krise bewältigen?
• In der Krise ist die Liquidität das Thema #1; warum tun sich Banken aus Sicht von Beratern manchmal so schwer, auch bei positiver Fortführungsprognose hinreichend liquide Mittel zur Verfügung zu stellen? - Aber: Fresh Money ist allein kein Heilmittel
Zu den Personen:
Dr. Thomas Ingelmann ist Rechtsanwalt, seit fast 25 Jahren in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank AG, Lehrbeauftragter der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Studiengang "Legum Magister in Unternehmensrestrukturierung (LL.M. corp. restruc.)", bekannt aus zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen zu bank- und insolvenzrechtlichen Themen.
Diplom-Volkswirt Jörg Jacob ist geschäftsführender Gesellschafter der MSP Management Support Partners GmbH & Co. KG, Krefeld, mit 30 Jahren Berufserfahrung in Fach- und Führungspositionen unterschiedlicher Branchen, seit 2001 selbständig als Interimsmanager und Unternehmensberater.
Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger ist im Wesentlichen auf dem Gebiet des Insolvenzrechts tätig. Er wird seit 1998 als Insolvenzverwalter bestellt; er erhält entsprechende Aufträge durch die Amtsgerichte Potsdam, Neuruppin, (Berlin-) Charlottenburg und Dortmund. Er zählt zu den meist beschäftigten Insolvenzverwaltern Deutschlands und ist Gründungsmitglied des Berlin-Brandenburger Arbeitskreis für Insolvenzrecht e.V.
Die Diskussion moderierte Ursula Weidenfeld, ehemalige Berlin-Korrespondentin der Wirtschaftswoche, Ressortleiterin Wirtschaft und spätere stellvertretetende Chefredakteurin des Berliner Tagesspiegel, Mitglied des Gründungsteams der Financial Times Deutschland und dann Chefredakteurin der G+J-Zeitschrift impulse. 2007 wurde sie mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet, in dessen Jury sie im folgenden Jahr selbst berufen wurde. |